Jedes Jahr gelangen unzählige Elektrogeräte auf den Markt, doch nicht alle entsprechen den gesetzlichen Anforderungen. Die Bundesnetzagentur hat 2024 erneut Millionen fehlerhafter Produkte aus dem Verkehr gezogen. Verbraucher*innen sollten dabei besonders aufpassen, denn einige dieser Geräte stellen ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko dar.
Vor allem Elektrogeräte aus Drittstaaten betroffen
Mehr als 5,3 Millionen Elektrogeräte konnten die Beamt*innen im vergangenen Jahr wegen erheblicher Mängel aussortieren. Laut Bundesnetzagentur erfüllten etwa 8.000 verschiedene Gerätetypen nicht die gesetzlichen Vorschriften. Besonders auffällig waren dabei Produkte aus Drittstaaten wie China. „Wir schützen Verbraucherinnen und Verbraucher vor Produkten, die auf den Markt gelangen und vorgeschriebene Anforderungen nicht einhalten“, betonte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur in einer Mitteilung.
Die Behörde überprüfte dabei sowohl den Onlinehandel als auch den stationären Einzelhandel. Im Internet entdeckte sie über 1.400 auffällige Angebote und entfernte diese von den entsprechenden Plattformen – dies betraf rund drei Millionen Geräte. Im Einzelhandel kontrollierte die Bundesnetzagentur etwa 2.500 Gerätetypen. 28 Vertriebsverbote und 872 Aufforderungen zur Mängelbehebung führten dazu, dass 1,9 Millionen Elektrogeräte nicht mehr verkauft werden durften.
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Fehlerhafte Produkte mit dramatischen Folgen
Besonders problematisch sind Produkte, die Funkfrequenzen stören oder sogar Brände verursachen können. Die Behörde fand nämlich unter anderem Multifunktions-Ladegeräte, die Funkdienste von Polizei und Feuerwehr beeinträchtigen, sowie Geschwindigkeitsmesser, die den Flugfunk stören. Auch überhitzende Akkus und unsichere Funksteckdosen wurden aus dem Verkehr gezogen, da die Gefahr bestand, dass sie in Flammen aufgehen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit mit dem Zoll. Über 406.000 nicht konforme Elektrogeräte wurden bereits an der Grenze gestoppt. „Geräte mit technischen oder formalen Mängeln wie fehlenden Angaben zum verantwortlichen Wirtschaftsakteur in der EU oder fehlender CE-Kennzeichnung dürfen in Deutschland nicht angeboten werden“, erklärte die Bundesnetzagentur.
Die Zahl der betroffenen Geräte schwankt jährlich. Während 2023 noch 73 Millionen Geräte betroffen waren, waren es 2024 deutlich weniger. Trotzdem bleibt die Gefahr bestehen. Verbraucher*innen sollten beim Kauf von Elektrogeräten auf wichtige Prüfsiegel achten und bei unbekannten Anbietern vorsichtig sein. Die Bundesnetzagentur will ihre Kontrollen weiter verschärfen, um gefährliche Produkte frühzeitig vom Markt zu nehmen.
Quelle: Bundesnetzagentur
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