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Rente mit ETFs verdienen? 59-Jährige verrät ihr Depot für den Ruhestand

Wer sich im Alter nicht auf den Staat verlassen möchte, kann auf eine ETF-Rente setzen. Wie es richtig geht, erklärt eine Expertin anhand eines beispielhaften Portfolios.

Ältere Personen sitzen an einem Tisch
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So funktionieren ETF-Sparpläne und darauf sollte geachtet werden.

Immer mehr Menschen setzen bei der Altersvorsorge inzwischen auf sogenannte Exchange Traded Funds. Eine zusätzliche ETF-Rente kann zumindest helfen, die unsicheren finanziellen Aussichten zu mildern – wenn man dabei bedacht, achtsam und vor allem geduldig vorgeht, wie eine Analystin zeigt.

ETF-Rente am echten Portfolio erklärt

Die Portfoliomanagerin Kristina Bambach vom Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz hat sich für Business Insider das Depot einer 59-jährigen Anlegerin angeschaut und dazu verschiedene Tipps für die Optimierung der ETF-Rente gegeben. Investiert hat die Frau in fünf verschiedene ETFs, wobei sich ihr Portfolio zu 80 Prozent aus Aktien-ETFs und zu 20 Prozent aus Anleihe-ETFs zusammensetzt.

Portfoliostruktur:

  • 50 Prozent: Amundi MSCI World ETF
  • 25 Prozent: iShares STOXX Europe 600 ETF
  • 10 Prozent: iShares Global Corp Bond EUR ETF
  • 10 Prozent: Xtrackers II Global Government Bond ETF
  • 5 Prozent: Amundi S&P Global Luxury ETF

Aktien-ETFs und Anleihe-ETFs unterscheiden sich hauptsächlich in der Anlageklasse, dem Rendite-Risiko-Profil und der Reaktion auf Zinsänderungen. Während Aktien-ETFs in Unternehmensanteile investieren, setzen Anleihe-ETFs auf festverzinsliche Wertpapiere wie Staats- oder Unternehmensanleihen. Dadurch ergibt sich ein grundlegender Unterschied in der Ertragsquelle: Aktien-ETFs profitieren von Kurssteigerungen und Dividenden, während Anleihe-ETFs Zinseinnahmen generieren und je nach Marktlage Kursgewinne erzielen können.

Ein weiterer zentraler Unterschied liegt im Renditepotenzial und der Volatilität. Aktien-ETFs bieten langfristig höhere Ertragschancen, sind jedoch mit stärkeren Schwankungen verbunden, da Aktienkurse von wirtschaftlichen Entwicklungen, Unternehmensgewinnen und Marktsentiment beeinflusst werden. Anleihe-ETFs hingegen gelten als defensiver und stabilisieren das Portfolio durch vergleichsweise geringe Wertschwankungen, insbesondere bei Anleihen mit hoher Bonität.

Zudem reagieren die beiden ETF-Arten unterschiedlich auf Zinsveränderungen. Während steigende Zinsen den Wert von Anleihe-ETFs in der Regel senken, können Aktien-ETFs in einem solchen Umfeld je nach wirtschaftlicher Lage profitieren oder ebenfalls unter Druck geraten. Sinkende Zinsen hingegen führen oft zu Kurssteigerungen bei Anleihe-ETFs, während Aktienmärkte je nach Konjunkturlage unterschiedlich reagieren. Durch eine geschickte Kombination beider ETF-Typen lässt sich das Risiko im Portfolio ausgewogener gestalten.

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Das sagt die Expertin zum Beispielportfolio

Laut Bambachs erster Einschätzung legt die Gewichtung des Depots der Anlegerin bedingt durch den MSCI World einen starken Fokus auf die USA und Technologieunternehmen. Über 70 Prozent der Unternehmen im Index stammen aus den Vereinigten Staaten, mehr als ein Viertel sind Technologiewerte. Das sorgt für Renditechancen, birgt aber auch Risiken, wenn der Sektor schwächelt.

Der S&P Global Luxury Index steht dem dagegen als spannender Kontrast gegenüber, so Bambach weiter. Dieser umfasst 80 führende Unternehmen aus dem Bereich Luxusgüter und -dienstleistungen. Laut der Portfoliomanagerin sind derartige Aktien derzeit attraktiv, da sie aufgrund der schwachen Nachfrage aus China in den letzten Jahren an Beliebtheit verloren haben und günstig bewertet sind. Außerdem korrelieren sie nur wenig mit Tech-Aktien, was für eine bessere Risikostreuung sorgt.

Der Stoxx Europe 600 kann ebenfalls günstig zur Diversifikation auf dem Weg zur ETF-Rente beitragen. Er umfasst Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Regionen Europas. So verteilt sich das Risiko breiter, statt sich nur auf US-Aktien zu konzentrieren.

Tipps für eine gute ETF-Rente

Auffällig ist, dass Emerging Markets kaum vertreten sind. Lediglich ein kleiner Anteil ist über den MSCI World enthalten. Auch alternative Anlagen wie Gold könnten das Portfolio weiter diversifizieren und das Risiko breiter streuen. Wer langfristig erfolgreich investieren möchte, sollte also auf eine ausgewogene Mischung verschiedener Anlageklassen achten.

Zusätzlich setzen viele Anleger*innen auf Bond-ETFs. Diese helfen, das Risiko von Aktien zu reduzieren und können bei schwankenden Märkten für Stabilität sorgen. Allerdings haben auch Anleihen-ETFs oft einen hohen US-Anteil von 50 bis 60 Prozent. Langfristig könnte der Anteil an festverzinslichen Wertpapieren in einem Depot schrittweise erhöht werden – vor allem in der Nähe des Renteneintritts.

Trotz der defensiven Funktion von Anleihe-ETFs rät Bambach dazu, über aktiv gemanagte Anleihefonds nachzudenken. Anleiheindizes gewichten oft Unternehmen mit hoher Verschuldung stärker. Das ist nicht zwangsläufig ein Indikator für solide Kreditqualität, so die Expertin. Da passive Anleihefonds monatlich neu gewichtet werden, sind Anleger*innen stark vom Emissionsverhalten der Unternehmen abhängig.

Ein weiteres Risiko sieht Bambach in der aktuellen Zinslage. Unternehmen nutzen niedrige Zinsen oft für langfristige Anleihen, während bei steigenden Zinsen kürzere Laufzeiten bevorzugt werden. Dadurch können passive Anleihefonds Nachteile haben. Aktive Fonds seien zwar teurer, könnten aber oft bessere Renditen liefern.

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Darum ist Diversifikation wichtig

Um das Portfolio noch robuster aufzustellen, empfiehlt Bambach drei Maßnahmen: Erstens sollte die Anleihenquote mit dem Alter schrittweise erhöht werden. Zweitens könne eine Beimischung von Gold sinnvoll sein, um Krisenzeiten besser abzufedern. Drittens sei es ratsam, noch breiter über verschiedene Regionen und Sektoren zu diversifizieren, um Abhängigkeiten zu reduzieren.

Grundsätzlich sei das Portfolio aber solide aufgestellt. Wichtig ist es, geduldig zu bleiben und nicht übermäßig oft umzuschichten, betont Bambach. Wer langfristig investiert, kann von einer breit gestreuten Strategie bei der ETF-Rente profitieren – mit weniger Stress und mehr Planungssicherheit für den Ruhestand.

Quellen: Business Insider, eigene Recherche

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Dieser Artikel wurde mit maschineller Unterstützung (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.

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