Albert Einstein, berühmt für seine herausragenden Leistungen in der Physik, war ebenfalls für seine tiefgehenden Naturbeobachtungen bekannt. In einem kürzlich aufgefundenen Brief aus dem Jahr 1949, vermutete er, dass das Verhalten von Zugvögeln und Brieftauben Hinweise auf einen zu seiner Zeit noch unbekannten physikalischen Prozess liefern könnte.
Albert Einstein prognostizierte Entdeckung
Einsteins Vermutung erwies sich als goldrichtig. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass Vögel und andere Tiere das Magnetfeld der Erde wahrnehmen und zur Navigation nutzen können. Dies wirft wichtige Fragen über die Beziehung zwischen Biologie und Physik und die möglichen Auswirkungen auf Wissenschaft und Technik auf.

ich bin mit den bewundernswerten Untersuchungen von Herrn v. Frisch gut vertraut. Aber ich sehe keine Möglichkeit, diese Ergebnisse bei der Untersuchung der physikalischen Grundlagen zu nutzen. Das könnte nur dann der Fall sein, wenn durch das Verhalten der Bienen eine neue Art der Sinneswahrnehmung bzw. ihrer Reize aufgedeckt werden würde. Es ist denkbar, dass die Untersuchung des Verhaltens von Zugvögeln und Brieftauben eines Tages zum Verständnis eines noch unbekannten physikalischen Prozesses führen könnte.
Mit freundlichen Grüßen,
Albert Einstein“ Credit: Dyer et al., J Comp Physiol A, 2021
Vögel, Schildkröten, Hunde und Bienen haben die unheimliche Fähigkeit, das Magnetfeld der Erde zu spüren und sich damit über große Entfernungen zu orientieren. Jüngste Forschungen haben gezeigt, dass Vögel spezielle Photorezeptoren in ihren Augen haben, die auf subtile Veränderungen im Magnetfeld der Erde reagieren, während Bienen die Polarisationsmuster des Lichts zur Navigation nutzen. Dieses Wissen hat bereits zur Verbesserung der Technologie beigetragen, etwa bei den Kameras unserer Smartphones.
Das Magnetfeld spüren
Es gibt jedoch noch viel, was wir nicht darüber wissen, wie Tiere Licht wahrnehmen oder das Magnetfeld der Erde spüren. Die Mechanismen, die hinter diesen Fähigkeiten stehen, werden noch erforscht, und es scheint, dass sie nicht bei allen Arten gleich sind. Bienen zum Beispiel scheinen das Magnetfeld in ihrem Unterleib zu spüren, während Vögel und Hunde dies über ihre Augen tun.
Die Entdeckung von Cryptochromen, speziellen Fotorezeptoren in den Augen von Vögeln und anderen Tieren, hat interessante Fragen über die Beziehung zwischen Biologie und Physik aufgeworfen. Cryptochrome reagieren empfindlich auf Magnetfelder, aber die genauen Mechanismen, mit denen sie diese Felder wahrnehmen, sind noch nicht geklärt.
Jüngste Forschungen haben gezeigt, dass sogar menschliche Zellen Cryptochrome enthalten, die dynamisch auf Veränderungen des Magnetfeldes reagieren. Das deutet darauf hin, dass die Beziehung zwischen Biologie und Physik komplexer ist, als wir bisher dachten.
Universalgenie Einstein
Albert Einsteins Interesse an den Sinnen und dem Verhalten von Tieren war vorausschauend. Denn es war ein Vorbote der Integration von Biologie und Physik, die heute stattfindet. Seine Forderung nach mehr biologischer Forschung unterstreicht die Bedeutung der Erforschung der natürlichen Welt und ihrer möglichen Auswirkungen auf Wissenschaft und Technik. Das erörtert mitunter eine finale Analyse des Briefs.
Wenn wir die Geheimnisse der Sinne und des Verhaltens von Tieren weiter enträtseln, können wir ein tieferes Verständnis der physikalischen Welt und der ihr zugrunde liegenden Prinzipien gewinnen.
Quellen: „Einstein, von Frisch and the honeybee: a historical letter comes to light“ (Journal of Comparative Physiology A, 2021)
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