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Am Rande des Sonnensystems: Seltsame Struktur verblüfft Forscher

Immer wieder kommt es insbesondere in den äußeren Regionen des Sonnensystems zu beeindruckenden Entdeckungen. Ohne Teleskope wäre das allerdings nicht möglich.

Spirale im Sonnensystem (KI-generiertes Bild).
© futurezone.de via Midjourney

Sonnensystem: Die 8 Planeten im Überblick

Damals benannte man die acht Planeten unseres Sonnensystem noch „wandernden Sterne“: Heute trägt jeder der Planeten einen eigenen Namen.

Das Sonnensystem, in dem wir leben, ist trotz intensiver Bemühungen bei weitem noch nicht vollständig erforscht. Besonders in den entfernten Regionen gibt es immer noch einige Bereiche, die der Astronomie völlig unbekannt sind.

Sonnensystem: Das lässt sich in der äußeren Region entdecken

Bei der Beobachtung von Objekten in der Grenzzone von unserem Sonnensystem konnten Forscher*innen eine seltsame Struktur auffinden, die unser Verständnis der sogenannten „Oortschen Wolke“ verändern könnte. Diese umgibt das gesamte System, und ist dem größten Teil der Menschen nicht bekannt. Neben den acht Planeten, zwei Asteroidenringen, zahlreichen Monden und Zwergplaneten gibt es nämlich noch eine weitere Ansammlung von Objekten, die sehr weit entfernt liegt.

Die sogenannte „Oortsche Wolke“ umgibt das gesamte Sonnensystem, und besteht aus Milliarden oder Billionen von Asteroiden, Meteoriten und anderen Gesteinsbrocken, die im Weltall herumfliegen. Forschende um den Astronomen David Nesvorný meinen in einer aktuellen Studie, dass sie herausgefunden haben, wie die gesamte Wolke geformt ist. Bislang war dies für die Wissenschaft noch vollkommen unklar.

Für die Gruppe von Nesvorný folgt die Wolke einer Spiralstruktur, die sich um das Sonnensystem herum windet. Dabei soll sie sich über eine Distanz von 15.000 astronomischen Einheiten erstrecken. Eine Astronomische Einheit (AU für englisch „astronomic unit“) steht für die Strecke zwischen Erde und Sonne, also etwa 150 Millionen Kilometer.

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Diese Kräfte sind für die Form verantwortlich

Die Ursache für diese Strukturform sehen die Wissenschaftler*innen vor allem in den Kräften der Galaxie. Dabei wenden sie sich gegen die gängige Forschungsmeinung, die eigentlich annahm, dass sich die Oortsche Wolke nach der Schwerkraft von unserem Sonnensystem formt, nicht nach denen der Milchstraße.

Für Nesvorný und seine Kolleg*innen sind es jedoch beide Seiten, die an den Objekten in der Wolke „ziehen“ und damit die Spiralform ermöglichen. Dabei kämpfen die Kraft vom Sonnensystem und die der ganzen Galaxie (bzw. der Sterne darin, die allerdings sehr weit entfernt sind) um die Wolke, wodurch diese nicht einfach um das System herum wabert, sondern in die Länge gedrückt und gezogen wird. Das konnten zumindest Berechnungen, die auf einzelnen Beobachtungen basieren, zeigen. Aber ein komplettes Bild der Wolke gibt es trotzdem noch nicht, dass diese Theorie be- oder widerlegen könnte.

Quellen: „A Spiral Structure in the Inner Oort Cloud“ (Cornell University, 2025)

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Das Titelbild dieses Artikels wurde von der Redaktion unter Verwendung Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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