Bei einem aktuellen archäologischen Fund im Norden Chinas gelang es einigen Forscher*innen, ein bislang unbekanntes Stück der großen Mauer freizulegen. Das Problem: Die kleine Ruine ist viel älter als gedacht.
Archäologischer Fund: Große Mauer, große Aufregung
Ausgrabungen können mitunter eine lange Zeit in Anspruch nehmen. So dauerte es mehrere Monate, bis einige Wissenschaftler*innen Ende 2024 endlich vor dem Ergebnis standen: In der Provinz Shandong im Nordosten Chinas gelang ihnen ein archäologischer Fund, der für die Geschichte des ganzen Landes große Bedeutung haben könnte. So entdeckten sie einen Teil der legendären chinesischen großen Mauer. Besonders ist daran vor allem dessen Alter.
So war bislang eigentlich allgemein bekannt, dass die Mauer etwa im siebten Jahrhundert vor Christus (v. Chr.) errichtet wurde, zumindest die erste Version. Der große Bau, der heute das Bild dominiert, entstand allerdings erst im 16. Jahrhundert nach Christus (n. Chr.). Die frühere Ausführung des Bollwerkes war weitaus weniger gut ausgebaut, und verfügte nicht über dieselbe Anzahl an Türmen. Der Zweck des Baus war jedoch immer gleich, die Mauer diente der Abwehr nomadischer Stämme, die die niedergelassenen Bewohner*innen der chinesischen Nordprovinzen bedrohten.
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Auch ein Fluss kann eine Mauer sein
Dabei zeigt der archäologische Fund, dass die ersten Arbeiten an der Mauer zumindest in dieser Sektion offenbar bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. begannen. Das belegt, dass das gewaltige Bauwerk wohl mindestens einhundert Jahre älter ist, als bisher gedacht. Demnach ist möglicherweise sogar eine andere Dynastie für den Bau verantwortlich, nämlich die späte westliche Zhou-Dynastie. Diese herrschte von 1046 bis 771 v. Chr. in der Gegend, auch wenn das heutige Reich der Mitte damals noch viel kleiner war.
Laut dem leitenden Archäologen der Ausgrabung, Zhang Su, stellt der archäologische Fund damit einen „unglaublichen Durchbruch“ für die Erforschung der Geschichte Chinas dar, wie er der Global Times gegenüber erklärt. Dabei ließen sich in dem Gebiet nicht nur Teile der Mauer entdecken, auch eine Siedlung und mehrere kleine Festungen der damaligen Garnison waren darunter. Diese verteidigten allerdings nicht den riesigen Wall, sondern einen Fluss, welcher ebenfalls als Teil der Verteidigungsanlagen diente.
Quellen: Global Times
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