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Ozean auf dem Mars: Forscher finden erstaunlichen Hinweis – „ein großartiger Ort“

Die Annahme eines Ozeans auf dem Mars ist unter Forschenden umstritten. Doch nun haben Wissenschaftler*innen Beweise gefunden, die dafür sprechen könnten.

Mars im Weltall.
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Mysteriöser Mars: Diese 5 Rätsel um den Planeten konnte bis heute kein Forscher lösen

Der Rote Planet ist schon seit Jahrzehnten beliebtes Ziel offizieller Weltraumbehörden und privater Raumfahrt-Unternehmen. Dennoch gibt es einige Rätsel, die immer noch auf ihre Lösung warten.

War der Mars einst wie ein Urlaubsziel mit Sandstränden? Neue Forschungsergebnisse liefern spannende Hinweise darauf. Denn Wissenschaftler*innen haben unter der Oberfläche des Roten Planeten Strukturen entdeckt, die auf eine frühere Küstenlinie hindeuten. Diese Entdeckung lässt vermuten, dass es dort vor Milliarden von Jahren einen Ozean gab – samt Stränden, die an irdische Urlaubsorte erinnern könnten.

Mars: Vergrabene Küstenlinien liefern neue Erkenntnisse

Ein Team chinesischer und US-amerikanischer Forscher*innen analysierte für ihre Studie Daten des chinesischen Rovers Zhurong, der 2021 in der Region Utopia Planitia landete. Unter der Marsoberfläche stießen sie dabei auf Gesteinsschichten, die klassischen Küstenformationen ähneln. „Zhurong wurde in die Nähe von Orten geschickt, wo Paläoküstenlinien anhand von Satellitendaten kartiert wurden“, erklärte Dr. Benjamin Cardenas von der Pennsylvania State University in einer Mitteilung. Besonders auffällig seien geneigte Strukturen, die im gleichen Winkel wie irdische Küstenlinien verlaufen.

Die ausgewerteten Daten zeigen, dass der Strand auf dem Mars im Laufe der Zeit seine Position veränderte. Ablagerungen deuten nämlich auf Gezeiten, Wellen und Flüsse hin, die Sedimente transportierten. „Wir neigen dazu, den Mars als eine statische Momentaufnahme eines Planeten zu betrachten, aber er hat sich entwickelt. Flüsse flossen, Sedimente bewegten sich und Land wurde gebaut und erodiert. Diese Art der Sedimentgeologie kann uns sagen, wie die Landschaft aussah, wie sie sich entwickelte, und, was wichtig ist, sie kann uns helfen, herauszufinden, wo wir nach früherem Leben suchen sollten“, beschreibt Cardenas.

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Hinweise auf mögliche Lebensspuren

Für die Forscher*innen ist diese Entdeckung also mehr als nur ein geologisches Highlight. Die Kombination aus Wind, Wellen und reichlich Sand spricht für dynamische Umweltbedingungen. Diese könnten mikrobielles Leben begünstigt haben: „Ein Strand ist eine Schnittstelle zwischen seichtem Wasser, Luft und Land. Man geht davon aus, dass in solchen Umgebungen das erste Leben auf der Erde entstand, und ich denke, es wäre ein großartiger Ort, um eine Folgemission auf der Suche nach Zeichen früheren Lebens dorthin zu schicken“, zitierte The Guardian Dr. Cardenas.

Obwohl der Marsstrand vermutlich kühl und ohne Palmen oder Möwen war, regt die Vorstellung dieser alten Landschaften die Fantasie der Wissenschaftler*innen an: „einen richtigen Strand im Urlaubsstil“ nannte etwa Cardenas den Fund.

Quellen: „Ancient ocean coastal deposits imaged on Mars“ (Proceedings of the National Academy of Sciences, 2025), Pennsylvania State University, The Guardian

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