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Archäologischer Fund zeigt einen grausamen Kampf – hier fochten Gladiatoren

In der Antike war es gängige Praxis, nicht nur auf Papyri oder Pergament erzählenswerte Begebenheiten abzudrucken. Auch Vasen zeigen häufig bemerkenswerte Details.

Vase als archäologischer Fund (KI-generiertes Bild)
© futurezone.de via Midjourney

Die 5 wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten

Jahrtausende menschlicher Kultur bringen auch nach langer Zeit immer wieder erstaunliche Erkenntnisse hervor.Wir zeigen dir die fünf wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten.

Wer wissen will, wie die antiken Römer*innen ihr Leben verbrachten, tut gut daran, sich genauer mit archäologischen Funden aus der Zeit zu befassen. Einer davon zeigt, wie wichtig damals Gladiatorenkämpfe waren, und dass die einzelnen Kämpfenden sogar Namen hatten.

Archäologischer Fund: WWE in der Antike

Schon vor über hundert Jahren entdeckten Forscher*innen im britischen Colchester eine antike Vase, die sie schnell der Zeit des Römischen Reiches zuordnen konnten. Genauer stammt diese wahrscheinlich aus der Blütezeit des Imperiums, also etwa 160 bis 200 nach Christus (n. Chr.). Doch die Darstellungen auf dem archäologischen Fund gaben lange Zeit Rätsel auf. Erst vor kurzem konnten nun andere Wissenschaftler*innen bei einer Neuuntersuchung feststellen, welche Geschichte auf der Vase erzählt werden soll.

Denn offenbar beschreibt der archäologische Fund einen antiken Gladiatorenkampf in der damaligen Gegend. Zu sehen sind unter anderem einzelne Figuren, die in fremdartige Rüstungen gekleidet sind, und ihre Waffen in die Höhe heben. Dazu ist auch Schrift in den Ton eingraviert. Offenbar beschreibt diese den Namen und die Errungenschaften eines der Gladiatoren, Memnon, der mindestens neun Kämpfe bestanden hatte, wie die Wissenschaftler*innen in ihrer Studie schreiben.

Gladiatorenkämpfe waren eine gängige Praxis im alten Rom, die auch heute in vielen Filmen und Serien eine weite Verbreitung gefunden haben. Bekannt sind vor allem die großen Spektakel aus dem Kolosseum in Rom, doch auch in den Provinzen wurden die Kämpfe ständig abgehalten. Viele archäologische Funde zeugen noch heute davon, welch eine Mühe die Römer*innen darauf verwandten, die Gefechte so aufwändig wie möglich zu machen.

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Ein Protokoll auf einer Vase

In dem Fall des archäologischen Fundes aus Colchester zeigt sich sogar noch etwas mehr. So gab es in der Forschung schon länger die Vermutung, dass viele der unglücklichen Wettkämpfer aus der römischen Armee stammten. Das scheint die Vase zu bestätigen: So gab es offenbar einen gewissen Valentinus, der zuvor in der Legio XXX Ulpia Victrix seinen Dienst geleistet hatte. Wie es zu einem derartigen Schicksal kam, ist nicht ganz klar. Möglicherweise wurden einzelne aufsässige Legionäre so bestraft, oder die Legionen unterhielten eigene Gruppen an Gladiator*innen, die sie zuvor als Gefangene gemacht hatten.

Wie die Kampfszenen und Beschriftungen überhaupt auf die Vase gelangten, lässt sich ebenfalls aus deren Ansicht erschließen. So vermuten die Wissenschaftler*innen, dass es sich dabei um eine Bestellung handelte, die schnell in einer entsprechenden Werkstatt hergestellt werden sollte. Demnach fochten bei einem Wettkampf in der Gegend vermutlich Valentinus und Memnon gegeneinander, oder beeindruckten die Zuschauer unabhängig voneinander in denselben Spielen. In jedem Fall belegt der archäologische Fund, dass die Menschen schon damals keine Mühe scheuten, um erinnerungswerte Geschichten zu dokumentieren – wenn auch nur auf einer Vase.

Quellen: „Gladiators at Roman Colchester: Re-Interpreting the Colchester Vase“ (Britannia, 2025)

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Das Titelbild dieses Artikels wurde von der Redaktion unter Verwendung Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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