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Archäologischer Fund: Tragödie verwandelte menschliches Gehirn in schwarzes Glas

Der bekannte Ausbruch des Vesuvs sorgt bis heute für zahlreiche archäologische Funde. Doch der aktuelle Fall ist etwas ganz Besonderes.

Obsidian-Stein
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Die 5 wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten

Jahrtausende menschlicher Kultur bringen auch nach langer Zeit immer wieder erstaunliche Erkenntnisse hervor.Wir zeigen dir die fünf wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten.

Verstörend, faszinierend, verblüffend: Ein archäologischer Fund kann vieles sein. Doch gerade die absolut einzigartigen Fundstücke sind es, die Forschung und Laien gleichermaßen begeistern. Ein besonders eindrückliches Beispiel stellt der aktuelle Fall aus Herculaneum dar.

Archäologischer Fund: Unglück verwandelt Gehirn in Glas

Die Tragödie von Pompeji und dessen Nachbarorten Oplontis, Stabiae und Herculaneum ist inzwischen weltbekannt. Der Ausbruch des Vesuv-Vulkans etwa 79 nach Christus bedeckte eben genannte Orte unter einer Welle von Staub und Asche. So tragisch dieses Ereignis sein mag, konservierte es doch zahlreiche archäologische Funde für die Nachwelt.

Unter diesen Entdeckungen war auch der Körper eines etwa 20-jährigen jungen Erwachsenen, der sich in einem kleinen Zimmer einer Kultstätte befand. Das faszinierende hier war jedoch nicht der Körper selbst, sondern das Innere seines Schädels. Die Archäolog*innen fanden hier eine glasartige Struktur, welche wohl durch das Unglück geformt worden war.

Nun wurde eine Studie veröffentlicht, die bestätigt: Der Ausbruch des Vesuvs und seine katastrophalen Folgen sorgten dafür, dass sich das Gehirn des Mannes in schwarzes Glas verwandelte. Diese Wandlung sei absolut einzigartig und bisher der einzige dokumentierte Fall seiner Art.

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Neue Theorien erforderlich

Dieser einzigartige archäologische Fund stellt die bisherige Theorie über den Verlauf des Ausbruchs in Frage. Grund sind die Erfordernisse, welche für die Wandlung von Gehirnmasse in Glas notwendig sind. So wird hierfür eine Temperatur von mindestens 510 Grad Celsius vorausgesetzt, welche anschließend rapide absinken muss. Nur durch diese schnellen Temperaturwechsel kann Glas entstehen.

Da dies mit der bisherigen Magma-Asche-Walzen-Theorie jedoch nicht erreichbar ist, wurde ein neues Szenario entworfen: Eine erste heiße Aschewolke, welche die 510 Grad Celsius übersteigt, ist über Herculaneum hinweggefegt. Doch so schnell, wie sie gekommen ist, muss sie auch wieder gewichen sein. So konnte der spätere archäologische Fund entstehen, bevor die eigentliche Magma-Asche-Walze den Ort erreichte.

Quelle: „Unique formation of organic glass from a human brain in the Vesuvius eruption of 79 CE“ (nature.com 2025)

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