Auf dem Mars konnten Wissenschaftler*innen eine ungewöhnliche Entdeckung machen. Bisher wurde angenommen, dass sich der Nordpol des Planeten vor vielen Jahrmillionen bildete. Doch offenbar ist dieser weitaus jünger als gedacht.
Mars: Kalt, aber nicht alt
Wie jeder andere Planet auch verfügt der Mars ebenso über einen Süd- und einen Nordpol. Das liegt an der Magnetosphäre eines solchen Himmelskörpers, der in Kombination mit den klimatischen Bedingungen oft auch dafür sorgt, dass sich Eis an den jeweiligen Polen bildet. Forscher*innen nahmen nun den Nordpol des Mars genauer unter die Lupe und konnten herausfinden, dass dieser offenbar sehr viel jünger ist als bislang angenommen.
So wurde zuletzt vermutet, dass beide Pole mindestens mehrere dutzend Millionen Jahre alt sind. Doch im nördlichen Fall kann das Eis gar nicht so alt sein, sondern höchstens zwölf Millionen Jahre. wie die Forscher*innen in ihrer Studie angeben. Das Projekt, bei dem sie den Fund machten, beschäftigte sich allerdings eigentlich gar nicht mit dem Alter des Nordpols vom Mars. Stattdessen sollte die Schale des roten Planeten untersucht werden.
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Harte Schale, weicher Kern?
So befassten sich die Forscher*innen eigentlich mit der Frage, wie sich die Landmassen eines Planeten unter dem Gewicht der Eisschichten am Pol verändern. Auf der Erde ist dieser Prozess, die „Glazialisierung“, schon lange bekannt, und findet vor allem in Teilen der Arktis statt. Auf dem Mars wiederum konnte derselbe Prozess festgestellt werden, wobei den Wissenschaftler*innen jedoch auffiel, dass sich die Schale im Norden viel langsamer bewegte, als das eigentlich der Fall sein müsste. Für einen der beteiligten Forscher*innen, Adrien Boquet, handelt es sich dabei sogar um eine „seltsame Deformation“.
Das konnte allerdings nur einen Schluss zulassen: Das Eis hatte noch nicht lange genug die Möglichkeit gehabt, auf die Schale des roten Planeten einzuwirken, um die Veränderungen der Tektonik zu bewirken. Stattdessen bildete sich der Nordpol in seiner heutigen Form frühestens vor zwölf, spätestens jedoch vor zwei Millionen Jahren. Das bedeutet zugleich, dass fließendes Wasser auf dem Mars möglicherweise noch existierte, als auf der Erde Mammuts und Steinzeitmenschen wandelten.
Quellen: „Glacial isostatic adjustment reveals Mars’s interior viscosity structure“ (nature, 2025)
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