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Ursprung von Wasser: Forscher finden erstaunliche Hinweise im All

Wasser ist ein zentraler Bestandteil für entstehendes Leben. Forschende haben jetzt einen wesentlich früheren Ursprung dessen im Weltall gefunden.

Erde im Weltall. Am Horizont sieht man die Sonne.
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Die Entstehung der Erde

So entstand unser blauer Planet. Alles begann im Universum mit dem Urknall.Gas, Staub und andere Trümmer wurden durch das All geschleudert.

Wasser gilt als eine der wichtigsten Voraussetzungen für Leben. Doch wann genau entstand es im Weltall? Neue Forschungsergebnisse könnten diese Frage nun beantworten und legen nahe, dass es bereits seit kurz nach dem Urknall existieren könnte – viel früher als bisher angenommen.

Weltall: Erste Wasserspuren kurz nach dem Urknall

Wissenschaftler*innen der University of Portsmouth haben nämlich in einer Studie herausgefunden, dass die ersten Wassermoleküle bereits 100 bis 200 Millionen Jahre nach dem Urknall entstanden sein könnten. Durch komplexe Computersimulationen rekonstruierten die Forscher*innen dabei die Explosionen früher Sterne und stellten fest, dass die Bedingungen für die Bildung von Wasser bereits sehr früh gegeben waren.

„Unsere Simulationen legen nahe, dass in den Urgalaxien Wasser vorhanden war, da es sich früher in den Halos gebildet hatte, aus denen es bestand“, erklären die Wissenschaftler*innen in ihrer Studie. Damit könnte das Weltall viel früher mit Wasser angereichert worden sein, als bislang angenommen.

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Leben im All schon deutlich früher möglich

Die ersten Sterne bestanden fast ausschließlich aus Wasserstoff und Helium. Durch ihre schnellen Supernova-Explosionen wurde jedoch Sauerstoff freigesetzt – ein wesentlicher Bestandteil für die Entstehung von Wasser. In den dichten Gaswolken der Supernova-Relikte bildeten sich dann Wassermoleküle, die sich in den ersten Galaxien verteilten. Laut den Forschenden war die damals produzierte Menge an Wasser dabei nur etwa zehnmal geringer als die heutige Wassermenge in der Milchstraße.

Dieses frühe Wasser in dichten Gaswolken blieb anschließend konserviert und beeinflusste somit die Entstehung neuer Sterne und Planeten. „Der höhere Metallgehalt könnte im Prinzip zur Bildung von felsigen Planetesimalen in protoplanetaren Scheiben mit massearmen Sternen führen“, erklären die Forscher*innen weiter. Das bedeutet, dass sich bereits damals lebensfreundliche Planeten mit Wasser gebildet haben könnten, wie Welt der Physik berichtet.

Die Erkenntnisse stützen sich auf Daten des James-Webb-Weltraumteleskops sowie auf detaillierte Simulationen. Sollten sich diese Thesen bestätigen, würde das bedeuten, dass Wasser und damit eine essenzielle Grundlage für Leben viel früher im Weltall existierte als bisher vermutet. Diese Forschung könnte damit unser Verständnis über die Entstehung von Wasser und die Möglichkeiten von Leben im Universum grundlegend verändern.

Quellen: „Abundant water from primordial supernovae at cosmic dawn“ (Nature Astronomy, 2025), Welt der Physik

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