Erst vor kurzem konnten mithilfe von Teleskopen in unserem Sonnensystem einzelne Objekte entdeckt werden, die von außerhalb kommen müssen. Dennoch war lange nicht klar, woher genau diese stammen. Das ändert sich jetzt.
Sonnensystem: Objekte sind nicht von dieser Welt
Ständig durchleuchten Wissenschaftler*innen unser ganzes Sonnensystem, um so früh wie möglich von Asteroiden und Meteoriten zu erfahren, die potenziell eine Gefahr für uns darstellen könnten. Manche Gegenstände lassen sich jedoch nicht genau in eine jeweilige Kategorie einordnen, und werden deswegen als „interstellares Material“ bezeichnet. Hier ist nämlich die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das „Material“ nicht aus unserem System stammt, sondern irgendwie hineingelangt ist.
Solches „interstellares Material“ wurde zum ersten Mal 2017 entdeckt, als es Astronom Robert Weryk gelang, „Oumuamua“ auszumachen. Das steinige Objekt ist nicht mehr als einen Kilometer lang, in kosmischen Relationen also winzig. Ebenso wie viele andere könnte es einer aktuellen Studie aus unserem nächsten Sonnensystem, Alpha Centauri, stammen.
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Die Antwort liegt in den Wolken
Denn der Studie zufolge ist es anzunehmen, dass das Alpha Centauri-Sonnensystem genauso funktioniert wie unser eigenes. Ist das der Fall, emittiert es ständig zahllose Objekte, die sich innerhalb des Systems befinden. Diese sammeln sich dann demnach in der Wolke, die vermutlich jedes System umgibt. Diese wird als „Oortsche Wolke“ bezeichnet, wurde in der Realität aber noch nie nachgewiesen, auch wenn ihre Existenz sehr wahrscheinlich ist.
Nachdem die Objekte, wobei es sich um Asteroiden, Meteoriten oder andere Fragmente handeln kann, aus dem Sonnensystem ausgestoßen wurden und sich in der Wolke gesammelt haben, sind sie nun leichter aufzugabeln. Dabei kann die Gravitation anderer Systeme wirksam werden. Vermutlich war es also die Schwerkraft unserer eigenen wohlbekannten acht Planeten und unserer Sonne, die das „interstellare Material“ hierhin zog.
Als Ort kommt Alpha Centauri deswegen infrage, weil der Stern mit seinen Planeten sich direkt in unserer kosmischen Umgebung befindet. Beschleunigt wird der Prozess des Ausstoßes überdies durch die Existenz eines riesigen Gasplaneten im Sonnensystem, wie die Forscher*innen schreiben. Da die Gegenwart eines solchen in Centauri als gesichert gilt, ist es ebenso sicher, dass die Objekte auch von dort stammen. Gefährlich für die Erde ist einstweilen allerdings keines von ihnen.
Quellen: „A Case Study of Interstellar Material Delivery: α Centauri“ (The Planetary Science Journal, 2025)
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