In der Negev-Wüste in Israel konnten einige Forscher*innen eine Reihe von archäologischen Funden machen. Diese tragen dazu bei, ein Verbrechen aufzuklären, das an dieser Stelle vor tausenden von Jahren geschehen sein muss.
Archäologischer Fund: Hier wurde mit allem gehandelt
In den Bergen der israelischen Wüste Negev konnte ein Team aus Archäolog*innen uralte Gräber freilegen, die eine beeindruckende Geschichte erzählen. Der archäologische Fund belegt einerseits, wie reichhaltig der Handel in der Region schon vor langer Zeit war. Andererseits zeigt er auch, dass die Händler*innen vor etwa 2.500 Jahren vor nichts zurückschreckten, um Profite zu machen. Nicht einmal vor dem Transport von Menschen, um auch diese zu verkaufen.
Heute gilt Menschenhandel als ein besonders schweres Verbrechen. Dieses wurde allerdings offenbar schon lange Zeit betrieben. Der archäologische Fund in Israel enthält unter anderem mehrere Gräber, die etwa aus dem fünften Jahrhundert vor Christus (v. Chr.) stammen. Dabei befinden sich auch Amulette, welche darauf hinweisen, woher die Bestatteten kamen: Offenbar reisten diese aus dem heutigen Jemen, also dem Südosten der arabischen Halbinsel, bis nahezu an die Mittelmeerküste.
Unter den Entdeckungen in den Gräbern befinden sich auch Hinweise, die klar darauf deuten, dass hier Frauen bestattet wurden. Da Frauen damals aber nicht typischerweise zu den Reisenden gehörten, die auf regelmäßiger Basis Handel betrieben, muss es andere Gründe für ihre dortige Bestattung geben. So vermuten die Forscher*innen laut der Israel Antiquities Authority, dass die Händler*innen hier mit Frauen handelten.
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So kam die Reise zu einem abrupten Ende
Diejenigen, die allerdings an dieser Stelle bestattet wurden, kamen gar nicht am Ziel an. Der archäologische Fund belegt damit nicht nur den Menschenhandel selbst, sondern auch die offenbar katastrophalen Bedingungen, unter denen die Frauen nach Westen transportiert wurden. Viele überlebten allerdings auch den Transport. Es existieren zahlreiche Dokumente über Verkäufe aus der Zeit, die im heutigen Gaza, der West Bank oder Israel stattfanden.
Warum die Bestattungen genau hier erfolgten, ist jedoch noch zu klären. In der Gegend gibt es keine Spuren einer Siedlung, von der die Menschen stammen könnten. Die Forscher*innen vermuten daher, dass es sich hier eher um eine Kreuzung von Karawanenpfaden handelte, an der diejenigen, die die Reise nicht überlebten, begraben wurden. Das macht den archäologischen Fund zu einer „einzigartigen Entdeckung“, wie Dr. Martin David Pasternak, einer der beteiligten Forscher, erklärte. Dabei ist allerdings noch längst nicht alles daran erforscht, was weitere Untersuchungen nötig macht.
Quellen: Israel Antiquities Authority
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