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Meteoriteneinschlag: Forscher finden ältesten Krater der Welt – „entscheidendes Stück des Puzzles“

Meteoriteneinschläge sind häufig faszinierende Ereignisse. Den ältesten nachgewiesene Vorfall haben Forschende jetzt in Australien entdeckt.

KI-generiertes Bild eines Meteoriteneinschlags.
© muratart - stock.adobe.com

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Forscher der Curtin University in Australien haben den ältesten bekannten Krater der Erde entdeckt. Der Meteoriteneinschlag ereignete sich vor 3,5 Milliarden Jahren – ist also rund eine Milliarden Jahre älter als der bisherige Rekordhalter. Der Einschlag hinterließ dabei Spuren, die unser Verständnis von der Entstehung des Lebens auf der Erde verändern könnten.

Meteoriteneinschlag mit 36.000 Kilometern pro Stunde

Die Entdeckung gelang den Wissenschaftlern in der Pilbara-Region im Westen Australiens. Dort fanden sie sogenannte Shatter Cones, charakteristische Felsformationen, die nur unter extrem hohem Druck entstehen. „Diese Studie liefert ein entscheidendes Stück des Puzzles der Einschlagsgeschichte der Erde“, erklärte der Co-Leiter der Studie Tim Johnson, von der Curtin University, in einer Mitteilung.

Der Meteorit raste dabei mit einer Geschwindigkeit von mehr als 36.000 Kilometern pro Stunde (km/h) auf die Erde zu. Der durch den Meteoriteneinschlag entstandene Krater war dabei möglicherweise über 100 Kilometer groß. Heute sind von ihm kaum noch sichtbare Spuren vorhanden, doch die gefundenen Gesteinsformationen liefern eindeutige Hinweise auf das gewaltige Ereignis.

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Auswirkung auf das Leben auf der Erde

Laut den Forschern spielten Meteoriteneinschläge offenbar eine wichtige Rolle in der Erdgeschichte. Wissenschaftler*innen vermuten, dass sie heiße Wasserbecken geschaffen haben, in denen mikrobielles Leben gedeihen konnte. „Die Entdeckung dieses Einschlags und weiterer Funde aus derselben Zeit könnten viel über die Entstehung des Lebens erklären“, so Co-Autor Chris Kirkland von der Curtin University.

Die enorme Energie des Meteoriteneinschlags könnte zudem die Erdkruste geformt haben. Magma wurde möglicherweise an die Oberfläche gedrückt und Teile der Kruste unter andere geschoben. Diese Prozesse könnten dann wiederum zur Bildung stabiler Landmassen, sogenannter Kratone, beigetragen haben – der Grundlage der heutigen Kontinente.

Quelle: „A Paleoarchaean impact crater in the Pilbara Craton, Western Australia“ (Nature Communications, 2025); Curtin University

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